Ich wurde am 23. Dezember 1949 in der spießigsten Kleinstadt Deutschlands geboren. In Dillenburg. Mein Vater hatte in Frankfurt a.M Geige, Bratsche und Oboe als Orchestermusiker studiert. Ich hingegen war bereits mit 10 Jahren vom Virus Jazz infiziert, was zu heftigen Diskussionen zwischen meinem Vater und mir führte. Er gab sich alle Mühe, mich zur Klassik zu bekehre. Umsonst. Bereits mit 12 Jahren spielte ich in einer Jazz Band. Im Publikum sassen leider nur langweilige Gymnasiastinnen. Ich war 16 als ich ein Angebot von einer Soul-Formation bekam. Sie hatte afroamerikanische Sänger und spielten in den Clubs der US-Arme in unserer Region. Ich nahm ihr Angebot an. Im Publikum sassen die heissesten Mädels der Region. Mit knapp 20 Jahren, kurz vor meinem Abitur wurde ich Vater. 

Die Musik ließ ich dann mal sein, ging nach Marburg und studierte Germanistik und Politik. Einer meiner Lehrer war der fantastische Wolfgang Abendrot. Marxist, Theoretiker der Arbeiterbewegung und vollkommen unabhängig in Denken und Handeln. Die Marburger Studentenbewegung war von ihm zutiefst beeindruckt und wurde durch das was er lehrte zur Marburger Schule. Ich studierte, war sehr aktiv in der Studentenbewegung und finanzierte meinen Sohn Michael und mich mit Zeitungsartikel und Radiosendungen über Jazz und Literatur im WDR, NDR und im HR. Nach meiner Promotion über die Literaturkritik im Deutschen Vormärz machte ich zwar noch mein Referendariat, machte aber nebenbei meine Radiosendungen weiter. Als freier Mitarbeiter. 1980 bekam ich ein Angebot von SWF3, dort als leitender Redakteur anzufangen. Ich nahm an, zog nach Baden Baden und wurde 1982 erneut Vater. Meine Lehrzeit bei SWF3 war hart aber spannend. 1986 bekam ich ein Angebot vom Saarländischen Rundfunk. Sie boten mir 1.000,- DM mehr und die Möglichkeit, von der Popwelle in die Kultur zu wechseln, sobald ich mich alt genug dazu fühlte. Als ich Mitte S0 war, war es dann auch s weit und ich vernahm die Jazzredaktion des saarländischen Rundfunks, moderierte täglich die AbendMusik auf SR2, leitete die Konzertreihe "jazz live with friends" und das Internationale Jazz Festival St. Ingbert. Später kam die Mitarbeit bei "Jazz in den Ministergärten" in der Saarländischen Landesvertretung in Berlin hinzu. Seit dem 01. April 2015 bin ich in Rente, leite weiterhin die Jazzveranstaltung in der Landesvertretung, leite gemeinsam mit Pfarrer Reinhold Wawra die monatliche LiteraturReihe "Haste Worte" in der Alten Schule Uchtelfangen, hab eine Talk-Bühne im Festival Jazz Baltica und jede Menge weiterer Ideen und Pläne.